Viel viel Zucker…

Früh wie nie ernten wir die Trauben. Eigentlich hatte es nach einem eher späten Jahr ausgesehen, aber die enorme Hitze der letzten zehn Tage haben die abgebrannten schwarzen Flächen des Berges aufgeheizt und der anhaltende Wind von Norden wie ein heisser Föhn die Trauben in einem unglaublichen Tempo in die Reife getrieben. Wir haben alles stehen und liegen gelassen sind in den Süden geeilt und schneiden die Früchte im letzten Moment von den Reben. Um der Hitze und der Gefahr einer Oxidation der Trauben bereits bei der Ernte zu entgehen, beginnen wir tief in der Nacht ausgerüstet mit Scheren und Stirnlampen. So bringen wir die Trauben noch im Verlauf des Morgens in den Keller. Glücklicherweise haben wir in diesem Jahr erstmals, und einigermassen erfolgreich versucht die Trauben mit Kaolin vor übermässigem Wespenfrass zu schützen. Das weisse Gesteinspulver hat uns einen grossen Teil der überreifen Früchte gerettet. Die übliche Präsentation der grössten Traube unserer Angeberpflanze gebührt in diesem Jahr Patrik! Ab in den Keller damit. Die Messung des Mostes ergibt unglaubliche 109.5 Oechsle, das entspricht einem potentiellen Alkoholgehalt von über 15 Volumen… Wir hoffen auf einen Messfehler, und freuen uns über die erstaunlich hohe Säure. Und jetzt ein Bier!